A new LoRaWAN GPS Bluetooth e-health watch. Interesting. Very interested.... but

Gerhard Peter

Initiator of TTN Berlin and Community Happyness Manager

Posted on 03-08-2020

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[update: 04.08.2020: Der Hersteller hat sich gemeldet. In der Tat gibt es derzeit noch keine 868 MHz Version. Er ist jedoch offen für jegliches customizing. Auch für TTN. Die Payload kann auch individuell decrypted werden. Ein Anschluss an chinesische Plattformen ist nicht erforderlich. Das hatte ich -glasklar- gefordert. ]

[update vom 02.08.2020: Spannend! Die Charité arbeitet offensichtlich, zusammen mit anderen stakeholdern, bereits in die gleiche Richtung.]

Zum ersten Mal wird hier eine Armbanduhr mit integriertem LoRaWAN vorgestellt. Räumlich heutzutage keine Hexerei mehr. Wo? In CN selbstredend. Nicht als Maker Objekt, sondern als marktfähiges Consumer Produkt.

Eine Uhr mit LoRaWAN? Was soll das? Wem soll das nützen?
Als bloße Uhr gewiss keinem Menschen. Da reicht bisweilen auch eine Sonnenuhr.

Auf die integrierten Zusatzfunktionen kommt es hierbei an. Das Teil wird für 139 USD in China auf den Markt gebracht. In Europa funktioniert es aufgrund der 868 MHz Vorgabe derzeit nicht. Man müsste es anpassen und dafür benötigt es Nachfrage.

Es handelt sich aktuell wohl eher (noch?) um ein Closed Shop Produkt, passend zur vorbeuglichen Personenüberwachung im Land des Lächelns. - Nicht der westliche Ansatz.... musste hier mal ganz deutlich gesagt werden....

Die Uhr beinhaltet einen GNSS Chip, ebenso wie Bluethooth für Positionsbestimmungen. Alle 15 Minuten soll das Teil vorgeblich senden und dabei noch 7 Tage durchhalten. Dann muss es an die Stromtanke, wie jede andere Smartwatch auch.

In Verbindung mit einem dementensicheren Armband bieten sich jedoch neue, im wahrsten Sinne weiter reichende, Ansätze, um entlaufene Pflegebedürftige auf diese Weise zu verorten und zurück zu holen..

Das Teil kann aber noch weit mehr. Es misst Blutdruck, Herzfrequenz (eine VES/SVES - Arrythmieerkennung für später wäre eine logische Ergänzung), enthält einen Schrittzähler und einen Schlafmonitor (wohl Lagesensor).

Die Firma STBL Medical Research AG (STBL) entwickelte ein Gerät, das bequem am Handgelenk getragen werden kann und den Blutdruck kontinuierlich aufzeichnet – ganz ohne Druckmanschette. Gemessen wird, indem an der Hautoberfläche in Handgelenksnähe mit mehreren Sensoren gleichzeitig Anpressdruck, Puls und Blutdurchfluss gemessen wird. Michael Tschudin, Mitgründer von STBL, sieht grosses Potenzial: «Das Messgerät kann für medizinische Zwecke eingesetzt werden, etwa zur Vorsorge bei Risikopatienten oder zur Behandlung von Bluthochdruck, aber auch als Blutdruck- und Pulsmesser für Freizeitaktivitäten, Sport sowie zur Formstandüberwachung im Spitzensport.»

Bei Überschreitung eines vorzugebenden Blutdruckwerts heult das Ding los. Digital. Per LoRaWAN.

Es ist IP67 wasserfest.

Von einem Temperatursensor habe ich nichts gelesen. Wäre sinnvoll, zur Unterscheidung, wo eine entlaufende Person ggf. aufhältig ist. Ok. GPS sagt uns auch schon ob draussen.

Und hier nun setzen möglicher Weise Spekulationen der Telemedizischen Vorhut im Lande ein.

Beispiel:
Herzinsuffizienzmonitoring!
Noch niemand hat RR, Herzfrequenz mit Aktivität (Schrittzähler/Leistung) in Verbindung bringen können. Es gab bisher eben dafür keine Option. Und das alle 15 Minuten. Und das alles überschaubar klein und patientenfreundlich. - Auch ohne Augustus, kann AI daraus ggf. Muster ableiten und auf eine rechtzeitige Hospitalisation hinweisen. - Neben dem Patientenbenefit spart dies bares Geld für nicht genutzte Intensivstationsmedizin. Fehlt nur noch pO2 und Körpergewicht. Doch dafür gibt es Bluetooth fähige Pulsxoymeter und geeichte Waagen, auf die Oma und Opa Kasupke jeden morgen steigen können. Die Armbanduhr fängt diese Daten auf und über LoRaWAN finden sie ihren Weg ins Telemedizinische Überwachungszentrum, zum Enkel, zum Hausarzt - und hoffentlich nicht nach China oder USA.... Den Nutzen dieses Ansatzes hat die Charité grundsätzlich mit ihrer FONTANE Studie bereits belegt: https://www.charite.de/service/pressemitteilung/

Berlin böte für einen Piloten die allerbesten Voraussetzungen, verfügt die deutsche Hauptstadt doch, neben Zürich, Bern und Rotterdam über eines der bereits am besten ausgebauten und frei verfügbaren LoRaWAN - Funknetze der ganzen Welt. Dank unserer aktiven TTN Community Berlin. Und wenn man keinen Connect hat, verschafft man sich im Lebensumfeld der Betroffenen einen solchen für ca. 142 € (MikroTik, Aussengateway). Das ist alles keine Kostenfrage, im Vergleich zu vermiedenen Versorgungskosten. Gut, dass es noch Visionäre gibt.

Das Krümel in der Suppe beschreibt aktuell das Forschungsprojekt inVidas des BMBF, das hier passt wie die Faust auf's Auge - kein sorgloser Umgang mit personenbezogenen e/m-Health Daten!
Und, man beachte abschliessend:
In D gibt es noch diese Kleinigkeit, die sich Medizinproduktegesetz nennt. Blutdruckmessgeräte müssen auch eichfähig sein, wenn Sie keine Spielzeuge sein sollen.

Hier der Vendor-Link gen Osten:
https://www.lpwanspace.com/