(de) Drittes LoRaWAN meeting der Berliner TTN - community [unter dem Dach der Technologiestiftung Berlin]

Gerhard Peter

Initiator of TTN Berlin and Community Happyness Manager

Posted on 18-09-2017

Liebe TTN-ler und LoRawAN - Freund_innen aus Berlin und der Welt,

wir hatten ein weiteres, ein gutes Treffen, diesmal unter dem (neuen) Dach der "Technologiestiftung Berlin", am Bayerischen Platz -direkt mit der U-Bahn Linie U 7 erreichbar- bei der wir uns an dieser Stelle für die sehr gute Organisation, den ungestörten Ablauf und die Fürsorge sehr herzlich bedanken möchten. Immerhin gibt es dort eine große Dachterrasse, welche von der 5ten Etage nachgeradezu dazu einlädt, den Blick über die Dächer Berlins schweifen zu lassen, um im Geiste bereits schon mal geeignete Dächer für LoRaWAN - Antennenstandorte auszumachen.

Ein Marktteilnehmer ist, wie uns berichtet wurde, aktuell dabei, recht aggressiv Berliner Premium-Standorte mit 10 Jahresmietverträgen für sich in Beschlag zu nehmen. Ein sicheres Zeichen dafür, daß auch größte Telekommunikationskonzerne das Zukunftsfeld der IoT für sich zu entdecken beginnen. Man fängt -wie üblich- natürlich damit an, die Hauptstadt des jeweiligen Landes für sich zu "erobern", um dann "in die Provinzen" abzuschweifen. Das haben schon die alten Römer so vorgemacht....

Interessant war im Übrigen auch das Mischungsverhältnis Unternehmer:Nerds/freaks/nonbusiness people, das nunmehr zum dritten Mal in ähnlicher Konstellation stattgefunden hat. Es waren alles hochqualifizierte Leute an diesem Abend unterwegs.

Besonders gefreut hat uns dabei die Anwesenheit der Vertreter (-innen fehlen leider noch) des Fraunhofer - FOKUS Instituts, die uns ein kleines Referat geboten haben, sowie von Vertretern der BEUTH - Hochschule. Danke für's Dabeisein!

Es gab interessante, teils auch kontroverse Plenumsdiskussionen - doch das muss so sein und das ist auch gut so!

Ein ganz konkretes Projekt für Berlin ist nun in der Pipeline, welches dazu geeignet sein könnte, ein brauchbares TTN - Netz für die ganze Stadt auszurollen. Hierzu laufen bereits sehr zielgerichtete, praxisgerechte Messvorbereitungen, um die Anzahl der Gateways unter den gegebenen städtischen Bedingungen abschätzen zu können, was natürlich unmittelbare kalkulatorische Folgen hat. Hierzu wird es in Kürze mit Jörg eine ausserordentliche Veranstaltung geben, zu der wir hier im TTN - Blog rechtzeitig einladen werden. - Ein prima Ausblick! Vielen Dank auch hier für das kontinuierliche Engagement im Hintergrund. Es tut sich was in der start-up Metropole!!

In diesem Zusammenhang freuen wir uns natürlich, dass das neue TTN - gateway aus den Niederlanden seine letzte Zertifizierungshürde genommen hat und demnächst in Produktion gehen kann. Wir sind schon sehr gespannt.

Die "Technologiestiftung Berlin" will der Berliner TTN-community, voraussichtlich eine -knappe :)- Hand voll, LoRaWAN Gateways -im Rahmen ihrer satzungsgemäßen Aufgaben- als "Dauerleihgabe" zur Verfügung stellen können. Christian H. sucht in diesem Zusammenhang ab sofort nach geeigneten Standorten. Auch hier gilt: Je höher, desto besser (das einzig valide Rankingkriterium!). Das Gerät wird dabei kostenfrei gestellt - Aufbau, Netzanbindung, Standort und Energieversorgung erbitten wir von Ihnen/Euch. Wer von der LoRaWAN - Avantgarde fühlt sich nun angesprochen? Einfach bei der TSB melden. Firmen, Privatleute, juristische Personen - egal. Danke!

Durchaus spannend war der Vortrag über über das Projekt [hackerfleet]. Gleichwohl die Meshing - Technologie vom konzeptionellen Ansatz her ja bekanntlich bei LoRaWAN nicht vorgesehen ist, kann das creative Köpfe nicht davon abhalten, auch diese Denkgrenze zu überschreiten und LoRaWAN auf den maritimen Bereich auszudehnen. Immerhin liegt der neue Reichweitenrekord auf der Erde (das Weltall lassen wir hier mal aussen vor) bei gemessenen und verifizierten 702 Kilometern.
Auch wenn anwesende Vertreter der Sicherheitsbranche gelegentlich vehement und heftig Kopf schüttelnd protestierten (sie haben eben ihre Vorschriften im Kopf - verständlich-), LoRaWAN sei für sicherheitsempfindliche usecases "völlig ungeeignet", so war es doch ein reizvoller Gedanke diese (tatsächliche oder nur vermeintliche ?) Barriere kopftechnisch zu durchbrechen.... Was wäre beispielsweise, wenn Skipper-Jollen in der Ost/-Nordsee, Rettungsringe und Rettungswesten additiv mit kostengünstigen, nicht gesetzlich vorgeschriebenen, durch Seewasser notfallreaktivierbaren Mechanismen ausgestattet werden könnten, um das GPS - Signal im Seenotfall ebenso kegelförmig in die Luft zu blasen?
Wie gesagt, 702 km ist der aktuelle Reichweitenrekord und SAR - Hubschrauber und Marinesuchflugzeuge fliegen in der Regel ja, konstruktionsbedingt, weitaus tiefer.... :).
Eine Stunde im kalten Wasser der Nordsee im November erzeugt dieses Signal: ...---...---...---...---...--- . Es waren eben, in diesem setting erlaubte, Gedankenspiele.

Im Networking fand das event dann seinen abendlichen Ausgang - bis das Licht gelöscht werden musste.

Gratulation, wer bis hierhin durchgehalten hat.... der Durchschnittsleser verdaut ja bekanntlich nur kleinere Häppchen. Dieser Artikel hat immerhin genau 840 Worte.....

update vom 29.09.2017: Der koinzidierende Report der TSB ist ab sofort hier online verfügbar.