Erinaceidae tracking mit TTN - LoRaWAN. Ist das möglich?

Gerhard Peter

Initiator of TTN Berlin and Community Happiness Manager

Posted on 22-02-2021

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Die Anrufe und e-mails, welche uns in letzter Zeit erreicht haben, wurden mittlerweile immer spannender und enthalten eher exotische usecases.

Kürzlich hatten wir die Frage zu beantworten, ob 'hedgehogs', also Erinaceidae aka "Igel" mit der TTN LoRaWAN Technologie besendert und getracked werden könnten. Hierfür bestünde "Bedarf".
Nichts leichter als das, denn in unserer Community wähnen wir ja auch einen gestandenen Wildbiologen unter uns, an den wir unsere Frage weiter reichten.
Er setzt zudem voll auf TTN und LoRaWAN und hat Teile des Donautals in/bei Wien bereits mit TTN gateways abgedeckt. Diese Technologie funktioniert also bereits.

Seine professionelle Antwort lautete, sinngemäss:

Ja, das ist in der Praxis überhaupt kein Problem und wurde bereits erfolgreich mit anderen 'Besenderungstechnologien" durchgeführt. Die geeignete Befestigungsvariante hierbei sei das "Kleben".
Es gibt hier jedoch eine strikte Einschränkung. Einfach mal so einen Sender aufkleben, das geht gar nicht. Hierzu bedarf es stets und immer einer entsprechenden Erlaubnis der zuständigen Behörde. Desweiteren muss eine genaue wissenschaftliche Studienbeschreibung einer Universität, etc., vorgelegt werden. Nur dann werden Genehmigungen erteilt.

Erfreulich in diesem Zusammenhang ist, dass die Anfrage aus dem Dunstkreis eines bundesdeutschen Landesumweltministeriums stammte. Die sollten das wissen.

Für alle die nach Wissen dürsten und die es ganz genau wissen wollen, nachzulesen dort
https://www.tierschutz-tvt.de/alle-merkblaetter-und-stellungnahmen

"...
Die Besenderung eines Wildtieres, die nicht hauptsächlich der Identifizierung dient, stellt in der Regel einen genehmigungspflichtigen Tierversuch dar. In jedem Fall muss, wie bei jedem Tierversuch, eine Belastungseinschätzung durch die Antragsteller erfolgen. Bei der Auswahl des Senders ist die Art der Datenauswertung zu berücksichtigen. Bei Sendern mit eingeschränkter Akku- und Sendereichweite werden die Daten lokal gespeichert. Da sie meist über keinen Ablösemechanismus verfügen, können die Daten erst nach erneutem Fang oder Abschuss des Tieres ausgewertet werden. Allerdings sind heute in der Regel zahlreiche andere und effizientere Methoden vorhanden, die sogar eine Echtzeitverfolgung der Tiere weltweit ermöglichen. Es sind grundsätzlich die tierschonendsten Techniken zu verwenden, auch wenn wirtschaftliche Erwägungen dem entgegenstehen. ..."

Sehr geeignet als Tracker für diesen usecase ist sicher der neue www.berlintracker.de , dessen Marktreife ständig wächst.
Auch hier: http://twitter.com/katzentracker

Gerhard Peter
Initiator TTN Community Berlin &
Community Happyness Manager
contact:
lorawan.berlin@gmail.com

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