IHK Berlin: 10 Thesen für eine zukunftsorientierte Berliner IoT-Infrastruktur

Gerhard Peter

Initiator of TTN Berlin and Community Happyness Manager

Posted on 04-11-2019

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Was die TTN Community Berlin dazu meint:

Wir, als derzeit weltweit erfolgreichste crowd sourced LPWAN Community geben gerne unseren Senf, und das völlig unprätentiös, hierzu ab:

Es freut uns ausserordentlich, dass das Thema Fahrt aufnimmt und auch dort diskutiert wird, wo wir es für richtig halten. Dauert halt. Wir sind in Berlin. Arm, aber sexy. - In Berlin existiert bereits ein offenes und diskiminierungsfreies, beliebig hochskalierbares LPWAN - Netz auf der Basis von TTN, welches allen stakeholdern, natürlich auch allen Members der IHK, also: Industrie-und Handelskammer, Berlin, bereits jetzt jederzeit offen steht. Einer Erlaubnis oder einer Lizenz bedarf es nicht. Zudem hat das Netz den Charme des Internationalen.
Wir haben da bereits über mehr als 2,5 Jahre hinweg überzeugende Grundlagen- und Aufbauarbeit abgeliefert.
Der Anschluss an dieses bereits bestehende, und übrigens funktionierende, TTN IoT Funknetz ist völlig schmerzfrei und schnell und jederzeit möglich. Die Performance-Qualität bessert sich von Quartal zu Quartal und die Preise für LPWAN - Gateways sinken weiterhin beständig , weil es eben ein offen zugängliches Netz ist. Also genau das, was Veränderung und Innovation benötigen.
Das Netz entstand und wächst nun in tatkräfter Mitwirkung u.a. auch der Technologiestiftung Berlin, aber auch anderer Akteure wie zB Deutsche Bahn AG, sowie nahezu der gesamten Hochschullandschaft Berlins. Selbstredend stehen wir für jede Anfrage zur Verfügung!
Mail an lorawan.berlin@gmail.com genügt.
Reaktionszeit... stets nur wenige Stunden :)


Netzfundort

Hier nochmal die 10 Thesen, nicht von Luther, und auch nicht 95, sondern von der IHK Berlin, zum Nachlesen (ohne zu klicken):
Hinweis: Links, Unterstreichungen und Hervorhebungen von TTN Berlin

Für die schrittweise Entwicklung Berlins zu einer Smart City sind landespolitische Zielvorgaben und ein konkreter Umsetzungsplan zwingend notwendig. Umsetzungspartnern wie Haupt- und Bezirksverwaltungen, Berliner Infrastrukturbetrieben, Unternehmen und Bürgern werden damit erst Verantwortlichkeiten, Ressourcen und neue digitale Geschäftsfelder ermöglicht. Eine zukunftsorientierte IoT-Infrastruktur baut dabei auf der bisher bestehenden städtischen Infrastruktur auf und erweitert sie um die digitale Komponente.
Die 10 Thesen definieren dabei Verantwortlichkeiten, Umsetzungsbausteine und Akteure.

Wer oder was sorgt dafür, dass eine Stadt „smart“ wird?

1. These:
Die Stadt- und Bezirksverwaltung sollte auf die Digitalisierung des öffentlichen Raumes vorbereitet sein. Sie sollte den Prozess initiieren, sofern er nicht bereits von den Stadtbewohnern gestartet wurde. Wichtig ist, dass die städtischen Akteure frühzeitig und stetig in den Veränderungsprozess eingebunden werden, um gesellschaftliche Ziele mit dem dafür notwendigen Infrastrukturausbau abzustimmen.

2. These:
Während die Stadt koordiniert, monitort und Prozesse konsolidiert, können Landesunternehmen bzw. die Infrastrukturbetriebe die Rolle des Umsetzers einnehmen. Ein flächendeckendes LoRaWAN-Netz unterstützt (a) die Digitalisierung vorhandener Infrastrukturen, (b) Geschäftsmodelle, etwa im Strom- oder Wasserbereich, und ermöglicht (c) gleichzeitig ganz neue Dienstleistungen für Städte und Kunden.

3. These:
Um aus Sicht der Berliner Verwaltung (a), (b) und (c) näher zu kommen, sind städtische Akteure z.B. im Rahmen des CityLabs zur Ideengenerierung, Bedarfsabfrage und zum Ausprobieren einzubinden. Technologischer Fortschritt kann nur zum gewünschten gesellschaftlichen Fortschritt führen, wenn bürgerzentriert an neuen Lösungen gearbeitet wird.

4. These:
Unternehmen nehmen die wichtigste Rolle ein, um digitale Technologien und innovative Konzepte zu entwickeln, zu erproben und marktfähig zu implementieren. Sie brauchen dafür regulatorische, gesetzliche und räumliche Testfelder und Quartierslabore. Diese können als (technologieoffene) Grundausstattung mit einem vorhandenen (LoraWAN)Netz ausgestattet sein und das Prototyping sowie Testing ermöglichen. Die Durchlässigkeit ist dabei Grundvoraussetzung für Teilnehmerwachstum, Nutzung anderer Technologien oder Einbindung (kommerzieller) Anbieter. Die Digitalagentur Berlin GmbH sollte mit ihrer zukünftigen Arbeits-, Plattform- und Angebotsstruktur Unternehmen jenseits traditioneller Förder- und Anreizstrukturen auf diesem Weg begleiten und unterstützen.

Wo will das Land Berlin in Sachen Smart City eigentlich hin?

5. These:
Landespolitische Zielvorgaben für eine Smart City Berlin sind notwendig, um Umsetzungspartnern wie Berliner Infrastrukturbetreibern Verantwortlichkeiten, Ressourcen und neue Geschäftsfelder zu ermöglichen. Dazu können auch der Aufbau und Betrieb eines flächendeckenden (LoraWAN)Netzes zählen. Die Aggregation, Anreicherung, Veredelung und Verwendung von kommunalen Daten setzt darüber hinaus eine gemeinsame Datenstrategie des Landes voraus.

6. These:
Die Erstellung von Zielvorgaben und deren Erreichung setzt wiederum die Klärung bestehender Verantwortlichkeiten in der Berliner Politik und Verwaltung voraus. Ein ressortübergreifendes Handeln ist dabei ebenso essentiell wie eine horizontal arbeitende Koordinierungseinheit.

7. These:
Als Basis für eine Smart-City-Infrastruktur könnte das Land Berlin eine offene Plattform (Data-Hub) fördern bzw. bereitstellen, die von ihren Nutzern mitgestaltet und in ihrem Sinne weiterentwickelt werden kann. Im Miteinander und durch die Weiterentwicklung der einzelnen Angebote auf der Plattform entsteht so eine an städtische Bedürfnisse und Werte angepasste Plattform, die eine Chance hat, sich gegenüber Angeboten globaler Plattformen zu behaupten.

Welche Rolle kann den Berliner Infrastrukturbetrieben zukommen?

8. These:
Kommunale Unternehmen müssen ihre konventionellen Geschäftsfelder zukunftsfähig machen, sich auf eine weiterentwickelte Daseinsvorsorge ausrichten und das Aufkommen digitaler Geschäftsmodelle vorbereiten.

9. These:
Sie können als hochgradig vertrauenswürdige Akteure, die die Infrastrukturen der Zukunft mit der Versorgungssicherheit von heute betreiben, agieren. Die Unabhängigkeit von verschiedenen Anbietern und Technologien kann durch neutrale kommunale Akteure und durch ein offenes und kooperatives Modell gewahrt werden.

10. These:
Wenn es der Berliner Politik gelingt, einen klaren politischen Ansprechpartner für das Thema der IoT-Infrastruktur zu benennen und Prioritäten in den bisher unterschiedlichen Strategien, wie der Smart-City-Berlin und InnoBB, zu setzen, kann das InfraLab Berlin seine Zielvorgaben im Rahmen der umrissenen Smart-City-Anwendungsfälle umsetzen und die Aggregation, Anreicherung, Veredelung und Verwendung von kommunalen Daten fördern und verstetigen. Dazu können auch der Aufbau und Betrieb eines flächendeckenden LoraWAN-Netzes zählen.


gerhard peter
Initiator von TTN Community Berlin
Community Happyness Manager

Bildquelle: Wikipedia.de (Luther)