Sternstunde für den Paxcounter - neuer picoPaxcounter erblickt das Licht der IoT-Welt

Gerhard Peter

Initiator of TTN Berlin and Community Happyness Manager

Posted on 28-07-2018

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Auf Einladung der DB nahm ich gestern und heute am DB Hackathon Community Summercamp in den Torbögen an der Jannowitzbrücke teil.

Und eine Mondfinsternis gab es -nebenbei- auch zu bewundern.

Bei ausgezeichneten Randbedingungen in der DB Mindbox galt mein Interesse überwiegend dem Paxcounter Projekt.

Lediglich die Klimaanlage geriet an den Rand ihrer Möglichkeiten, denn die Sonne knallte gnadenlos an die voll verglasten S-Bahn Torbogen aus Richtung der Chinesischen Botschaft.


Wahrscheinlich haben wir deren WiFi Signale auch mitgezählt, sofern die dort nicht eh vollverkabelt sind, was eher anzunehmen ist. - Ab und an schepperte eine Bahn über der Decke vorbei. Es war auszuhalten. - Die Berliner Bäume lachten erst in den Abendstunden - denn dann regnete es - nach langer Abstinenz - endlich mal wieder.

Aufgefallen sind mir zudem: @radforschung, die aus Ulm angereist waren und dort offenbar ein open source Fahrradverleihprojekt ("lovely bikes") anstreben. Die große Klappe hierzu ist vorhanden.

Dazu: Ein -sehr abstrakter Ansatz- aus GPS - Daten die Linie bzw. den Bus live zu identifizieren, auf der/m man gerade fährt (naja, mit GPS im Tunnel wird's immer etwas schwierig) und daraus alle aktuellen Open Data zu beziehen und auf einer App einzublenden.

Spannend: Ein Beitrag, Linienpläne von VKU's automatisiert mit klugen Algorithmen zu erstellen. Eine Idee mit viel Potenzial. Kann man sicher fuer vielerlei Zwecke nutzen. Vielleicht mit Gaspipelines anfangen, die verändern nicht soooo oft ihre Streckenführung :) ...

Freundlicher Weise standen die beiden Paxcounter Entwickler, Klaus und Oliver, mit fachlichem Rat tatkräftig -und das bis in die frühen Morgenstunden hinein- zur Verfügung und halfen, auftretende "Herausforderungen" bei der Software - Überspielung auf die TTGO v2.1 ESP32 SoCs erfolgreich zu meistern.
Höchste Priorität messen die beiden Entwickler der vorrangigen Einbindung von Datenschutzaspekten bei, wie sich im Laufe der Diskussion herausstellte. Niemand soll die Chance haben, auf MAC - Adressen zuzugreifen. Diese werden - bis auf eine Art Schreck- besser Schaltsekunde- für das hashen und salten - weder gespeichert noch übertragen, abgesehen davon, dass sich LoRa aufgrund seiner Bandbreite hierfür überhaupt nicht eignet. Ich fand diese Einstellung der beiden sehr löblich. - Das schlimmste Gegenbeispiel ist vielleicht derzeit Cisco/Meraki - eine allesfressende MAC Sammelmaschine.... Hier unterscheiden wir uns in Deutschland ganz gewaltig von den USA. Und aktuell sicher nicht nur dort.

Der Aufenthalt beim dbhackathon gab zahlreiche wichtige und wesentliche Impulse, um einen künftigen Workshop im Hinblick auf den Paxcounter zu initiieren.

Auch über zahlreiche spannende Einsatzoptionen wurde gesprochen, wobei sich die beiden Entwickler über die tatsächliche Weiterentwicklung zunächst noch deutlich bedeckt hielten.

Wichtig wäre künftig auch ein gesichertes OTA-firmware-update, zB mit so etwas von Mirko Ross aus Stuttgart.
Auch der "Bundesoberschlapphut" war offensichtlich schon "impressed".

[update vom 29.07.2018:
Mittlerweile wurde per tweet, und das völlig überraschend, bekannt gegeben, dass es eine pico Version des Paxcounters mit nur 16 mm Breite geben wird. Dies eröffnet dann völlig neue Perspektiven und jede Menge neue usecases, insbesondere natürlich dort, wo nur wenig Platz zur Verfügung steht.
]

[update vom 30.07.2018:
Der neue Spiegel berichtet über die Digitalisierungsoffensive der DB. (Volltext nur für Abonnenten)]

Photo: Spiegel.de

Workshop-Paper -derzeit in Bearbeitung-