"Senior Life Assist" oder wie IoT & TTN & AI die Altenpflege unterstützen könnten? Eine theoretische Überlegung...

Gerhard Peter

Initiator of "TTN Community Berlin"

Posted on 01-12-2018

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Wir haben diese Ideenskizze heute auf der Open-Innovation-Plattform der Initiative Intelligente Vernetzung des Wettbewerbs des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie zur Diskussion gestellt: https://www.oip.netze-neu-nutzen.de/ideas/show/1585

Derzeit eine, noch eher theoretische Überlegung, ist, ob es gelingen könnte, mit Hilfe einfachster, LoRa gestützter Sensorik -intelligent gemacht- , die Altenpflege sinnvoll zu unterstützen. Hierbei muss Wert gelegt werden auf ein kostengünstiges Verfahren, in Verbindung mit minimalem Installationsaufwand. Idealerweise zusammengefasst in nur einem "Senior Life Assist LoRa Device".

Geben wir dem Konstrukt vorsorglich doch gleich einmal einen griffigen Namen, zB "Senior Life Assist Service".

Wozu könnte beispielsweise ein einfacher LoRa Node mit einem Helligkeitssensor alles dienen?

Zunächst anmutend, wie ein Bastelobjekt aus einem LoRa - Workshop für Schüler_innen. Doch so ein Device könnte viel mehr, wenn es denn, nachträglich intelligent gemacht, eingesetzt würde.

Hierzu klebt das LoRa Device mit einer autonomen Batterie-Lebensdauer von mehreren Jahren unauffällig an dem Wasserkasten der häuslichen Toilettenspülung. Dort stört es sicher nicht sonderlich. Höchstens beim Abstauben. Und von dort sendet es, Energie sparend, zB alle 5-10 Minuten einen Helligkeitswert in die virtuelle Altenpflegezentrale, bzw. natürlich zunächst in eine Datenbank. UNIXTIMESTAMP & Helligkeitswert. Das war's - zunächst mal.
Doch: aus diesen Daten ergibt sich im Zeitverlauf ein, wie auch immer gearteter, Graph. In der Regel bildet er die Helligkeitskurve des "Draussen" ab (wenn der Rolladen nicht zu ist). Daher benötigt man auch keinen zusätzlichen "Draussen" Sensor. One-4-all: genügt!

Morgens steht stets menschheitsübergreifend, und dies aus biologischen Gründen, das erste "Tagesgeschäft" an. Hierzu wird, in der Regel, dann als erstes das Licht in der Toilette eingeschaltet. Das kann auch ein Sensorschalter. Das interessiert uns nicht. Dies ergibt dann einen signifikanten Helligkeitssprung. Und den kann die Technik herausfiltern. Ältere, herzinsuffiziente Menschen oder auch Prostatiker müssen aber oft auch zusätzlich "nachts raus". Ohne Licht wird's dann schwer sein richtig "zu treffen". Also: Wir haben wieder einen Helligkeitssprung - und eine zweite Kurve, ah (wahrscheinlich) eine neue "Klopräsenz". Ob OMA oder OPA, das wissen wir (noch) nicht. Der Pflegedienst in der Regel schon. - Ah, Mensch aufgestanden und Geschäft (groß / klein) verrichtend.

Erfolgt dies am Morgen: Senior scheint es gut zu gehen. Licht sollte wieder ausgehen, so erwartet das die Künstliche Intelligenz (AI/KI), die wir im Verlaufe unserer Company Building Aktion nach und nach integrieren, und vergleicht das Verhalten mit dem ermittelten, gespeicherten und jetzt erwarteten Muster. Bleibt das Licht an, wurde ggf. vergessen dieses auszuschalten. Auch schon eine Abweichung von der analysierten, erwarteten Norm. Oder handelt es sich gar um eine Miktionssynkope....? Wird das Licht überhaupt nicht eingeschaltet, so kann das auch bereits ein Alarmzeichen sein. Senior kommt nicht mehr aus dem Bett heraus. Warum? Apoplex? Blutdruckproblem? Tot?.... alles ist möglich. Auch simple Erklärungen gibt es: Einfach nur verschlafen.... sorry.

Der zuständige Pflegedienst, bzw. die Angehörigen, wissen um die Details des Seniors und können ggf. ergänzende, Personen bezogene Schlüsse ziehen. Und die Urologen dieser Welt erhalten einen völlig neuen, vollständig anonymisierten Datenschatz. Zahlreiche neue "papers" enstehen und einige neue Professuren.... tsssss :)

In das Device bauen wir nun noch ergänzend ein Mikrofon ein. Da am Wasserkasten der Toilettenspülung befestigt, wissen wir, wann genau das Wasser rauscht und ggf. auch, wie lange. Kleines oder grosses Geschäft.... nichts bleibt verborgen, wir wissen es. Das Mikro, das muss nicht besonders empfindlich sein. Worte zu erfassen, wie Alexa oder Google Home das machen, das interessiert uns hier nicht. Eben nur: das Rauschen. Diese Mikrofone, die gibt es ganz billig, als solid state.

Zusätzlich spendieren wir unserer fiktiven LoRa - Erfindung noch einen Temperatur- und einen Feuchtigkeitssensor und weil es den oft nur mit Luftdriucksensor gibt, dann auch noch diesen. Oma dreht die Heizung auf, bevor sie sich wäscht, das messen wir, auch wie lange. Pech haben wir wahrcheinlich bei einem automatisch regulierten Thermostatventil. Doch das haben nur Nerds. Oma und Opa oftmals nicht. Jedenfalls nicht Oma Karsupke, in Berlin, Hinterhof, dritter Stock.
Dann wissen wir auch, ob Oma lüftet und ob sie sich ordentlich wäscht oder duscht, denn dann steigt die Luftfeuchte im Bad/Toilette deutlich an. Das messen wir auch und werten es aus.

Wir sehen, Arduinos oder ESP32 eignen sich nicht nur zum spielen. Mit etwas Grips eingesetzt, eröffen sich auf diese Weise völlig neue, vielleicht auch sinnvolle Optionen. Allein es kommt auf eine intelligente Auswertung an. Und immer daran denken: Alles begann auf der Toliette :) ! Auf geht's! Worauf warten wir noch?

Und ja, so eine Altenpflegewanze, das ist die totale Überwachung. Das muss man sich klar machen und das darf auch nur dort eingesetzt wewrden, wo es wirklich hilfreich sein könnte. Alle rechtlichen Voraussetzungen müssen hier stimmen. Sonst geht das ganz schnell in die Hose und zwar völlig ohne LoRa Alarm. Ist bekannt!

Bildquelle: Wikipedia.de